Home / Tiger Hill

PETER SCHIERGEN


03.08.2008 Düsseldorf
Preis der Diana: Mit Wahnsinnsspeed zum Sieg

Rosenreihe"Andrasch Starke hat die Faust in den Himmel gehoben, er hat ein Auge wie ein Adler, wie ein Turnierfalke", sagte ein regelrecht ergriffener Rennkommentator Manfred Chapman. Wie die Zuschauermassen auf dem Düsseldorfer Grafenberg auf dem Düsseldorfer Grafenberg, die sich zum großen Henkel-Tag eingefunden hatten, war er begeistert.

Denn wie Starke, dem wie seinem Arbeitgeber Peter Schiergen in dieser Saison nahezu alles gelingt, der Wittekindshoferin Rosenreihe noch zum Triumph verhalf war schon sensationell. Dabei sprach unterwegs eigentlich nicht das Geringste für einen Erfolg der Catcher in the Rye-Tochter aus dem Asterblüte-Stall, die im Henkel - 150. Preis der Diana als 124:10-Außenseiterin angetreten war.

Ohnehin hatte es lange erhebliche Zweifel am Stehvermögen der Lady gegeben, die schon in den 1000 Guineas als Zweite eine hervorragende Leistung in der Landeshauptstadt geboten hatte. Doch im Dortmunder Grand Prix war sie über 2000 Meter zuletzt gegen eine Wand gelaufen, jedoch in Gesellschaft exzellenter Hengste.

Nun erlebte man eine ganz andere, weil enorm speedstarke Rosenreihe. Nach Night Petticoat, Elle Danzig und Next Gina durfte Hans-Hugo Miebach mit seiner Zuchtstätte erneut jubeln. Bis es so weit war, dürfte aber auch der Dortmunder Vereinspräsident viel Schweiß vergossen haben.

Denn unterwegs lag Rosenreihe in diesem mit 400.000 Euro höchstdotierten deutschen Stutenrennen aller Zeiten an drittletzter Position. Nur noch Umirage und die viele Längen hinter dem Feld abgesprungene Ianapourna ("Sie stieg in der Box", so Racing Manager Paul Harley) galoppierten hinter ihr.

Dagegen legten Lady Marian, Porta Westfalica und Affair vorne los wie die Feuerwehr. Auch Baila me und Peace Royale waren in guten Positionen auszumachen vor Tres Rapide, die sich außen bald schon weiter nach vorne schob. Ganz außen ging Bella Amica, weiter innen Dawn Dew vor Azalee. Doch Ende Gegenüber kam Lady Marian plötzlich erheblich aus dem Takt gebracht und musste die Führung kurz an diese abgeben.

Es spricht für die Hachtseserin, dass sie sofort wieder aufrappelte und im Einlauf schnell wieder im Vorteil war, während Porta Westfalica abbaute und Tres Rapide zwingend am Ball blieb. Am äußeren Flügel wurde man auf Baila me, die enorm aufdrehte, und Azalee sowie Bella Amica aufmerksam.

In der Distanz hatte Dominique Boeuf mit Lady Marian einen Vorteil herausgearbeitet vor seiner Trainingsgefährtin Baila me. Es sprach schon einiges für einen Baltromei-Einlauf, als wie aus dem Nichts Rosenreihe mit großen Schritten kam. Von ganz weit hinten musste sich Starke erst Platz suchen, den er mit Glück und Geschick schnell fand.

Natürlich ging das nicht ohne Behinderungen, u.a. für Salve Regina, ab. Und dann zündete an der Außenseite förmlich der Turbo der Wittekindshoferin, die genau auf der Linie noch an der schon in Sicherheit geglaubten Lady Marian vorbeikam.

"Da wir nicht genau wussten, ob Rosenreihe über den Weg kommen würde, war die einzige Chance, das Rennen von so weit hinten aufzunehmen. Nach Klasse brauchte sie sich ja nicht zu verstecken", sagte Peter Schiergen, der genau wie Andrasch Starke (beherrschte den Sonntag in Düsseldorf mit fünf Treffern) nach dem Derbysieg mit Kamsin nun auch das Stutenderby auf sein Konto brachte.

Zum zweiten Mal triumphierte er in diesem Rennen nach Iota. "Es war in dieser Woche ein Hin und Her, wer Rosenreihe reiten würde. Es ist alles toll aufgegangen. Jetzt warten wir erst einmal ab und geben der Stute eine Pause", sagte Schiergen.

Es war schon der fünfte Coup von Andrasch Starke vor 21.800 Zuschauern, der damit in der Diana-Bestenliste mit Otto Schmidt und Gerhard Streit gleich zog.

Erst nach der Streichung der Ebbesloherin Goose Bay war Starke im Übrigen frei für Rosenreihe geworden. Auch im Falle von Lady Marians Nachnennung hatte das Goose Bay-Storno eine Rolle gespielt. Nach Briseidas Erfolg in den 1000 Guineas für Peter Schiergen hatte auch bei Rosenreihe der Besitzer sich sehr stark für einen Start im Klassiker ausgesprochen.

Rosenreihe schockt die Favoriten in dramatischer Diana

RosenreiheWas für eine dramatische Diana! Was für eine überraschende Siegerin! Als alles schon nach einem Erfolg von Werner Baltromeis Lady Marian aussah, verlieh Andrasch Starke, der einen Riesentag auf dem Düsseldorfer Grafenberg erlebte, der Wittekindshoferin Rosenreihe Flügel, genau auf der Linie war die Stute knapp vorne und fing die Baltromei-Lady noch ab.

"Kampf, Hals", so lautete der Richterspruch und Trainer Peter Schiergen war nach dem überraschenden Sieg der 124:10-Außenseiterin zurecht ergriffen, denn immerhin gewann der Asterblüte-Coach nun auch den zweiten Stutenklassiker auf dem Grafenberg nach den 1.000 Guineas, in denen Rosenreihe hinter seiner Briseida Zweite gewesen war.

"Wenn man sich nicht sicher ist, ob sie die Distanz stehen kann, muss man sie genau so reiten, wie es Andrasch getan hat. Wir geben ihr jetzt wohl erst einmal eine Pause, dann sehen wir weiter", lobte der Kölner Trainer seinen Jockey, dem an diesem Tag einfach alles gelang (er gewann im Rahmenprogramm noch vier weitere Rennen). Für Andrasch Starke war es bereits der fünfte Diana-Sieg, für Peter Schiergen war es Treffer Nummer zwei im Stuten-Derby.

Eineinviertel Längen hinter ihrer Trainingsgefährtin Lady Marian kam mit Baila me die zweite Baltromei-Stute auf den dritten Platz vor der Französin Tres Rapide und der Favoritin Peace Royale.

"Auf einer anderen Bahn hätte es sicher anders ausgesehen. Lady Marian hatte leider unterwegs eine Behinderung, Baila me ist eine richtige Steherin, die auf Bahnen mit Linien sicher besser aufgehoben wäre", so der Mülheimer Trainer.

"Was sollen wir machen, sie hatte ein unruhiges Rennen, aber es kommen noch andere Prüfungen", so Peace Royales Trainer Andreas Wöhler. 

 

[Home] [Persönliches] [Erfolge] [Bildergalerie] [Training] [News 2010] [Archiv] [Kontakt] [Links]