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6.07.2008 Hamburg Jetzt ist er ein Superstar: Kamsin auf der Samum-Spur
Turf-Geschichte hat sich am Sonntag wiederholt. Zum dritten Mal durchlebte der Stall Blankenese um Mitbesitzer Franz-Günther von Gaertner die schönsten Momente, die es für einen Eigner von Galoppern geben kann. Denn nach Samum 2000 und Schiaparelli geschah das, was viele für Unfassbar gehalten hatten: Der Samum-Sohn Kamsin (Foto) schaffte ebenfalls den Triumph in Horn.
Im BMW 139. Deutschen Derby eroberte auch der von Peter Schiergen trainierte und von Andrasch Starke meisterhaft gerittene Hengst die Horner Bahn beim Kampf um 535.000 Euro auf der 2400 Meter-Distanz. Der Kölner Asterblüte-Coach landete ein ganz besonderes Festival, denn mit Stall Hornoldendorfs Ostland (Adrie de Vries) stellte der Kölner auch den Zweitplatzierten.
Ein gewaltiger Regenschauer ging unmittelbar vor dem Rennen der Rennen über die von 35.000 Zuschauern gesäumte Bahn. Dadurch wurde die Spannung noch immenser. Andrasch Starke setzte sich mit Kamsin (fünfter Derbysieg für den Jockey) schon früh an die Spitze und kontrollierte dort in meisterlicher Manier Tempo und Gegner.
Dahinter reihten sich Ostland, Top Lock und Walzertraum bei mäßiger Pace ein, während Liang Kay im Mittelfeld auszumachen war und Satier gemeinsam mit Santero am Schluss galoppierte.
So richtig Bewegung kam nicht ins Feld, auch im Schlussbogen marschierte Kamsin unverdrossen weiter, man mochte hier schon an beste Chancen für die 76:10-Chance glauben. Dann packte im Einlauf plötzlich Liang Kay an, ging fürs Auge sehr gut, kam aber schnell nicht weiter. Ostland wurde unter Adrie de Vries enorm schnell, und auch der Engländer Top Lock kam ins Bild.
Doch Kamsin, der wie die anderen Blankenese-Derby-Heroen aus der Zucht des Gestüts Karlshof stammt, war einfach nicht zu schlagen. Der Favorit der Frühsaison, der in München während des Rennens geäpfelt hatte und unter Wert geschlagen war, explodierte regelrecht und stiefelte mit drei Längen Vorteil zum Triumph im Blauen Band!
Der dritte Derby-Sieg für Peter Schiergen und fünfte Coup von Andrasch Starke war unter Dach und Fach! Eine großartige Leistung bot der Außenseiter Ostland, der groß anpackte und auch die starke Schlussattacke des Engländers Top Lock noch ausstand. Dieser hielt sich mit einem Kopf den nicht durchziehenden Liang Kay vom Leibe, dem der Weg zu weit wurde.
Sensationell drehte noch Satier als Fünfter auf vor dem enttäuschenden King Of Rome, Adelar und Soum, nur auf Platz 13 endete der hochgehandelte Akiem, der hart innen ging, aber bald ausspannte.
Siegtrainer Schiergen: "Das war ein Super-Rennverlauf"
"Das war für uns ein Super-Rennverlauf", sagte Asterblüte-Trainer Peter Schiergen wenige Minuten, nachdem sein Hengst Kamsin und dessen Stallgefährte Ostland im 139. BMW Deutschen Derby die Plätze eins und zwei belegt hatten.
"Eigentlich sollte er nicht vorne gehen, aber die sind ja getrabt und da hat Andrasch das beste daraus gemacht. Gut war auch, dass hinter ihm Ostland lag und er so keinen Druck bekam", so Schiergen nach dem dritten Erfolg im "Blauen Band" nach Boreal und Schiaparelli.
"Das Münchener Laufen konnte so nicht stimmen. Die Gründe waren ja bekannt. Und der Regen, der kurz vor dem Rennen auf der Bahn niederging, war sicher auch kein Nachteil. Kompliment auch an die Jockeys, die herausragend geritten haben", so Schiergen.
Auch Andrasch Starke war natürlich nach seinem fünften Derbysieg überglücklich. "Ich habe vorher etwas tiefer gestapelt, denn er musste das Münchener Laufen steigern, und das hat er auch getan. Ich gehe lieber nicht als Favorit in das Derby. In München hatte er schon im Schlussbogen Probleme, diesmal hatte ich unterwegs ein sehr gutes Gefühl.
Eigentlich wollte ich nicht vorne gehen,aber da keiner gehen wollte, habe ich das beste daraus gemacht. Das Tempo war nicht besonders schnell, das sieht man auch daran, dass im Ziel die beiden Pferde vorne waren,die schon unterwegs Erster und Zweiter waren.
Dank auch an das tolle Hamburger Publikum. So voll habe ich die Bahn schon seit Jahren nicht mehr gesehen, es ist wirklich toll, wie die Hamburger den Rennsport lieben und unterstützen.
Große Freude aber auch im Lager des Zweitplatzierten Ostland. "Er ist toll gelaufen, zumal der Boden auch gar nicht mehr optimal war", so Bernhard von Schubert, der den Besitzer vertreten hatte.
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