Peter schiergen

Trainer

Geburtsdatum: 23. März 1965
Wohnort: Köln
Bei Asterblüte seit: 1988
   
   

Erfolge als Trainer:

40 Gruppe I Siege
  39 Gruppe II Siege
 

84 Gruppe III Siege

 

5x Trainerchampion

Familie: Gisela Schiergen
  Dennis, Vinzenz & Laurenz
   
   
Erfolge als Jockey: 

1451 Siege

(32 Gruppe Siege)

  1992-1996 Championjockey


Die Geschichte

Peter Schiergen wurde am 23.März 1965 in Willich geboren. Von Kindesbeinen an hatte er es mit Pferden zu tun und ritt schon in jungen Jahren höchst erfolgreich in Ponyrennen und Turnieren mit.

 

1981 begann er seine Lehre am Krefelder Stall von Herbert Cohn, die er im Jahr 1984 erfolgreich abschloss, um von da an als Jockey auf deutschen Rennbahnen zum Einsatz zu kommen. Der 20. März des Jahres 1982 bleibt im Jockeyleben des Peter Schiergen unvergessen, denn an diesem Tag gewann er in Düsseldorf mit Ofarim sein erstes Rennen im Sattel eines Vollblüters.

Einer der Ersten, die auf das Talent des Reiters aufmerksam wurden, war Trainer Adolf Wöhler, der Peter Schiergen 1985 nach Bremen holte. Leider verstarb Adolf Wöhler noch vor Beginn der anstehenden Turf-Saison. Trotzdem begann eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Peter Schiergen und dem Bremer Rennstall. Zwischen 1985 und 1987 feierte das Gespann Andreas Wöhler und Peter Schiergen zahlreiche Siege, bevor Schiergen nach der Saison `87 an den Rhein wechselte.

 

Neuer Arbeitgeber war von nun an der große Heinz Jentzsch, für den Schiergen als dritter Mann startete, um die Karriereleiter bis zum Stalljockey zu klettern. Den Posten des ersten Stalljockeys hatte er 1995 inne, worauf er für den Asterblüte-Stall zahlreiche Erfolge erzielte.

 

In der Saison 1993 schrieb Peter Schiergen Geschichte, als er mit seinen 150 Siegen Otto Schmidts deutsche Bestmarke aus dem Jahr 1924 einstellte. Durch die sensationelle Zahl von 273 Erfolgen setzte er nur zwei Jahre später noch einen drauf. Das bedeutete zugleich einen neuen und bis in Jahr 2016 sogar den Europarekord!

Von 1992 bis 1996 ging der Championat der Jockeys ausschließlich an Peter Schiergen, der es in seiner Karriere auf 1451 Erfolge im Sattel brachte. Die letzte Ehrung erfuhr er am 15. November 1997 nach seinem Sieg mit Campo im Preis der Deutschen Besitzer.

Unter den Erfolgen finden sich 32 Triumphe auf Gruppe-Parkett und 12 Siege über die Hindernisse. Lomitas, Monsun, Lando, Solon, Risen Raven und Tiger Hill sind nur einige der Top-Pferde, die Schiergen während seiner Zeit als Jockey ritt und mit denen er zu großen Erfolgen kam. Dazu zählen unter anderem Siege im Großen Preis von Baden, dem Preis der Diana sowie dem Schweizer Derby. Der Sieg im Deutschen Derby blieb Peter Schiergen als Reiter jedoch verwehrt. Dafür holte der Fuchs Boreal nur drei Jahre nach seinem Amtsantritt als Trainer das Blaue Band in den Asterblüte-Stall, für den Schiergen seit 1998 verantwortlich ist. 

Am 7. März 1998 sattelte er mit Tertullian in Düsseldorf seinen ersten Sieger, um am Ende des Jahres 2002 erstmals als Champion der Trainer geehrt zu werden. Die Anzahl der Siege belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 443, davon 41 Erfolge in Gruppe-Rennen. Gruppe-I-Triumphe konnten im Inland, England und Italien gefeiert werden.

Zweimal holte der “Tiger” den Großen Preis von Baden nach Köln, zudem siegte er im Großen Dallmayr-Preis und platzierte sich im Prix de l`Arc de Triomphe. 2002 gewann Boreal in Epsom/England den Coronation Cup (Gr. I), ein geradezu historischer Erfolg, denn bis dahin hatte noch nie ein deutsches Pferd in England ein Gruppe-Rennen für sich entschieden. Zu den Höhepunkten der Saison zählte aber auch der Triumph von Guadalupe in den Oak’s d’Italia, einem Gruppe-I-Rennen, in Mailand/Italien.

 

Simoun, Walzerkönigin, Zarewitsch, Casanga, Soldier Hollow, Flambo, Toylsome, Tareno und Royal Dragon waren weitere wichtige Gruppesieger im Jahr 2002. Zu den Vollblütern, die unter der Regie von Peter Schiergen zu Ruhm kamen, zählt auch die Schlenderhaner Ausnahmestute Catella, die unter anderem einen großartigen dritten Platz im Breeders` Cup erreichte. Sumitas, Imperioso, Barrow Creek oder auch Tertullian sind weitere Aushängeschilder vergangener Lot-Tafeln im Schiergen-Stall.

 

2003: Der „Soldier“ tritt erstmals in Erscheinung

Nach 2002, dem bisherigen Rekordjahr des Trainers Peter Schiergen, lief das Geschehen auf der großen Bühne vergleichsweise bescheiden ab, denn der Stall stellte wie 2001 lediglich vier Sieger in Gruppe-Rennen. Hatte man damals mit Boreal wenigstens noch einen Erfolg in einem Gruppe-I-Rennen feiern können, so blieb ein derartiger Triumph diesmal versagt. Der Schlenderhanerin Walzerkoenigin gelang Mitte Mai auf der Mailänder San Siro-Bahn der Saisonhöhepunkt, als sie im Premio Emilio Turati auf Gruppe-II-Ebene nach starker Schlussleistung die Nase vorne hatte und den guten Ruf, der ihr immer vorangegangen war, überzeugend bestätigte.

 

Ansonsten wurde eine Klasse tiefer gepunktet, wo mit Soldier Hollow ein Dreijähriger sich erstmals in der Bel Etage des Rennsports vorstellte, der später noch für so manche Schlagzeile sorgen sollte. Seinen ersten siegreichen Auftritt in einem Gruppe-III-Rennen absolvierte der Hengst im Krefelder Busch-Memorial, wo man traditionell schon einmal einen Überblick über die Qualität des Jahrgangs erhält. Der spätere Gruppe-I-Sieger setzte sich in sehr guter Manier durch, um einen Monat später im Kölner Mehl-Mülhens-Rennen bereits seinen letzten Saisonstart zu bestreiten, der mit Platz vier endete. 

 

Die beiden restlichen Gruppe-Siege gingen auf das Konto von Flambo und Zarewitsch, die in den Farben des Gestüts Bona auftrumpften und auf diese Weise darauf sorgten, dass ihre Zuchtstätte von einem sehr gelungenem Jahr sprechen konnte. Für Flambo war es mit 56.000 Euro der größte Zahltag der Karriere, denn damals wurden noch 100.000 Euro im Frühjahrspreis des Bankhauses Metzler in Frankfurt verteilt. Gleiches galt im Übrigen für Zarewitsch, der nach seinem Erfolg in der Badener Meile später in drei noch anspruchsvolleren Aufgaben keine großen Akzente mehr setzen konnte. Eröffnet wurde die Saison geradezu „bombastisch“, als Mr Bombastic auf der Neusser Sandbahn den ersten Treffer beisteuerte, doch sollte er es im weiteren Verlauf des Jahres dann auch bei diesem belassen.

2004: Soldaten-Power und das „Grande 1,2“

Angeführt wird die Liste der Triumphe natürlich vom Galopper des Jahres, Soldier Hollow. Der Hengst, im Besitz von Helmut von Finck, gewann 2004 vier Gruppe-Rennen in Folge und krönte sein überragendes Comeback mit seinem Treffer im Premio Roma auf Gruppe-I-Parkett. Er sollte aber nicht der einzige Gruppe-I-Gewinner der Saison 2004 bleiben.

 

 

Denn ebenfalls in Italien feierte der zweijährige Hengst Königstiger einen Sieg in der höchsten Kategorie der Vollblüter. Mehr noch: Auf Platz zwei landete im Grand Criterium mit Idealist ein weiterer Schiergen-Schützling. Eins, zwei in einem internationalen Gruppe-I-Event für zweijährige Pferde. Das hatte zuvor noch kein deutscher Trainer geschafft. Mit Königstigers Vater Tiger Hill hatte Peter Schiergen übrigens im Großen Preis von Baden seinen ersten Gruppe-I-Sieg als Trainer überhaupt gefeiert.

Nach den Erfolgen von Soldier Hollow, Königstiger und Tiger Hill betreute Schiergen in seiner erst siebenjährigen Trainer-Laufbahn bereits neun Gruppe-I-Sieger. Insgesamt stiegen 2004 sieben Pferde aus dem Asterblüte-Stall zu Gruppe-Siegern auf. NebenSoldier Hollow und Königstiger waren dies die beiden Schlenderhaner Assiun und Tiberius Caesar, Fährhofs Union-Gewinner Malinas sowie der als Zweijähriger ungeschlagene Manduro. 

 

Manduro entschied den Preis des Winterfavoriten in einer derart überlegenen Manier, wie man sie in diesem renommierten Rennen für die Zweijährigen in Köln noch nicht erlebt hatte. Besitzer Georg Baron von Ullmann durfte zu Recht stolz sein auf seinen Crack, der in die Fußstapfen des ebenfalls von Peter Schiergen trainierten Sumitas trat und daraufhin als Favorit auf den Sieg im BWM 136. Deutschen Derby in Hamburg-Horn galt.

Zu den Highlights der Saison 2004 gehören mit Sicherheit auch die Leistungen von Saldentigerin, die die Farben des Gestüts Bona mit großem Erfolg vertrat und sich im Deutschen Derby (Vierte), dem Preis der Diana und im Preis von Europa auf Gruppe-I-Parkett platzieren konnte.

 

Die Erfolge in 2004 brachten Schiergen bei GaloppOnline.de eine Nominierung für den Trainer des Jahres ein, einen Titel den er im Jahr 2002 bereits gewonnen hatte. „Dieser Erfolg ist natürlich das Ergebnis einer ausgesprochen guten Arbeit des gesamten Teams. Ohne meine Mannschaft wären Ergebnisse in dieser Form sicher nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, unterstrich Schiergen die Bedeutung seines Asterblüte-Teams.

 

2005: Es lief ideal – von Idealist bis zu Soldier Hollow

Mit dem bislang besten Ergebnis schloss Peter Schiergen seine achte Saison als Trainer ab. Als am Jahresende Bilanz gezogen wurde, standen überragende vierzehn Gruppe-Siege auf dem Konto, von denen fast ein Drittel auf höchster Ebene, also in Gruppe-I-Rennen, erzielt worden waren. Den Auftakt hatte mit Iota eine Schlenderhaner Stute gemacht, die nach ihren Siegen im Maidenrennen und dem anschließenden Schwarzgold-Rennen auch das Stuten-Derby auf ihr Konto brachte und somit für einen Hat Trick sorgte, der auch nicht alle Tage gelingt. Später ging es noch nach England und in die USA, wo sie zwar nicht mehr gewann, aber auch nicht enttäuschte. Dann war es an Soldier Hollow für gleich zwei Triumphe in dieser Klasse zu sorgen. Den ersten erzielte er im August vor heimischer Kulisse im Münchener Dallmayr-Preis, um im Spätherbst noch einmal international zu glänzen, als ihm die Titelverteidigung im Premio Roma in der italienischen Hauptstadt gelang. Der vierte Gruppe-I-Sieg war das Werk des zweijährigen Fährhofers Lateral, der im Oktober in Mailand das Gran Criterium gewann. Ein aus Sicht des Stalles sehr erfreuliches Ergebnis brachte das Union-Rennen, als nicht nur der Schlenderhaner Königstiger für den einzigen Gruppe-II-Erfolg sorgte, sondern mit Silent Wind und Bernard der Zweite bzw. Vierte dieser Prüfung und damit Trainingsgefährten des Siegers Eindruck hinterließen.

Unter denjenigen Pferden, die in Prüfungen der Gruppe III erfolgreich blieben, befand sich auch ein gewisser Manduro, der als „Winterfavorit“ in die Saison gestartet war und erst in seinem fünften Auftritt, dem im Premio Roma (Gr. I), eine Niederlage erlitt. Vorangegangen war der Sieg im Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten. Mit dem Start in Rom ging es für ihn dann nur noch auf internationaler Basis weiter zu und in der Karriere steil nach oben Doch der letzte Sieg auf deutschem Boden geht auf das Konto von Peter Schiergen!

 

Eröffnet wurde das Rekordjahr mit dem Sieg von Idealist, der wie so manch anderer in den Jahren zuvor das Krefelder Busch-Memorial zum Ausgangspunkt einer erfolgreichen Karriere genutzt hatte. Auf Gruppe-III-Ebene punkteten anschließend Königstiger, Iota und Arcadio, so dass einschließlich des daran folgenden Gruppe-I-Triumphes von Iota sämtliche Sieger Schlenderhaner Interessen vertreten hatten.

 

Vervollständigt wurde die Erfolgsliste durch North Queen, El Tango, Saldentigerin, die zwar dem Gestüt Bona gehörte, jedoch wie Nordtänzerin der Zucht des Gestüts Wittekindshof entstammte. Einige Gruppesieger wie Manduro, Lateral und El Tango hatten auch Erfolge in Listen-Rennen vorzuweisen, sodass man die Saison mit vierzehn Gruppe- dreizehn Listen-Siegen und einer Gewinnsumme von 2.163.775 Euro abschloss, dem bislang besten Ergebnis seit Umstellung von D-Mark auf Euro, das später nur noch zweimal übertroffen wurde. 

 

Ein sehr erfolgreiches 2006 bringt den zweiten Derbysieg

Auch die Saison 2006 gestaltete sich für Peter Schiergen höchst erfolgreich. Der Höhepunkt eines von zahlreichen Erfolgen in Gruppe-Rennen geprägten Jahres war der Derbysieg von Schiaparelli in Hamburg. Der für Franz-Günther von Gaertner trainierte Fuchs wurde nach Boreal zum zweiten Sieger im Blauen Band für Schiergen und gewann später im Jahr auch noch das St. Leger, in dem Schiergen seinen Titel nach dem Vorjahreserfolg von El Tango somit verteidigte.

Doch Schiaparelli war nur einer von vielen Stars, die aus dem Asterblüte-Stall im Jahr 2006 für Furore sorgten. Lateral wurde in Köln zum Champion unter den deutschen Meilern geformt und untermauerte mit leichten Siegen gegen Arcadio und Co. klar seine herausragende Position. Aber auch Soldier Hollow zeigte in jenem Jahr wieder großartige Leistungen. In der Arlington Million belegte er Rang drei, um später im Jahr keinen Geringeren als Manduro am Arc-Wochenende in Paris-Longchamp in die Knie zu zwingen.

 

Begonnen hatte die Saison 2006 mit einem Sieg von Encinas, der zum ersten in Deutschland trainierten Sieger eines Rennens während des Dubai Carnivals überhaupt wurde. Am Ende des Jahres standen 93 Flachsiege (12 Gruppesiege und 16 Listensiege) und acht Hindernis-Erfolge zu Buche. Das bedeutete das 3. Trainer-Championat für Schiergen, der zudem zum dritten Mal den Online Award von GaloppOnline.de für den Trainer des Jahres erhielt.

 

Schiaparelli sorgt 2007 für Siege im In- und Ausland

Verheißungsvoller als das Jahr 2007 kann eine Saison wohl kaum beginnen. Im „Jahr eins nach Schlenderhan“ gelang Schiergen das Kunststück, während des Dubai Racing Carnivals einen lupenreinen Hattrick mit Quijano hinzulegen, wobei der dritte Treffer in einem Gruppe-III-Rennen auf der Rennbahn Nad-Al-Sheba erzielt wurde. Danach wies die Laufbahn des Fährhofer Wallachs zehn Siege in Folge auf. Auch Nestor machte 2007 reichlich Werbung für den Standort Köln, denn er gewann ein Hürdenrennen in Auteuil, der Hochburg des französischen Sports über die Hindernisse. Doch ansonsten wurden die großen Erfolge auf der Flachen gefeiert. 

 

Einer stand dabei ganz vorne, nämlich der Derbysieger von 2006, Schiaparelli. Er hatte das neue Rennjahr mit einer Ernüchterung für seine Umgebung begonnen, als er im Gerling-Preis (Gr. II) nur als Achter und Letzter die Ziellinie passiert hatte. Platz drei im Großen Mercedes-Benz-Preis (Gr. II) war schon eine Art Wiedergutmachung, ehe dann das große Abräumen begann, als er in Hamburg den Hansa-Preis (Gr. II), in Düsseldorf den Deutschlandpreis, in Köln den Preis von Europa und als krönenden Abschluss der Saison in Mailand den Gran Premio del Jockey Club und damit drei Gruppe-I-Rennen in Folge zu seinen Gunsten entschied. Da mussten selbst ein Quijano, der bei seinem Erfolg im Großen Preis von Baden (Gr. I) von seinen deutschen Fans groß gefeiert wurde, und Soldier Hollow als Gewinner des Großen Dallmayr-Preis (Gr. I) etwas zurückstehen. 

 

Bei sämtlichen Siegern hieß der Reiter Andrasch Starke, der wie sein Arbeitgeber eine ganz große Saison erlebte, u. a. auch noch mit Davidoff, das Busch-Memorial (Gr. III), mit Axxos das Oppenheim-Union-Rennen (Gr. II) sowie mit El Tango das St. Leger (Gr. III) gewann. Und nicht zu vergessen natürlich der zweijährige Pomellato, der drei seiner vier Starts zu Siegen gestaltete und dabei sowohl in Deutschland als auch in Frankreich (Criterium de Maisons-Laffitte-Gr. II) seine große Klasse bewies.

Vervollständigt wurde die Erfolgsliste von Peter Schiergen durch Avanti Polonia (Fährhofer Stutenpreis-Gruppe III), Touch my Soul (Hamburger Stutenpreis-Gr. III) und Love Academy (Preis der Winterkönigin-Gr. III), drei Stuten, die mitverantwortlich dafür waren, dass am Saisonende sechzehn Siege in Gruppe-Rennen und dreizehn Erfolge auf Listen-Ebene verzeichnet werden konnten.

 

2008: Das große Jahr des Kamsin

Auch wenn man in jenem Jahr etwas länger als gewohnt auf den ersten Treffer in einem Gruppe-Rennen warten musste, so war es letztendlich doch wieder eine Saison, die man zu Recht als erfolgreich bewerten darf. Wie zwölf Monate zuvor gab es nämlich fünf Siege in Gruppe-I-Rennen, also auf höchstem Parkett. Dass auch international wieder Werbung für den deutsche Rennsport betrieben wurde, war das Verdienst des unverwüstlichen Quijano, der auch als Sechsjähriger offenbar keinerlei Verschleißsymptome aufwies, sondern als Sieger im Gran Premio di Milano abgesattelt wurde. Da im Rahmen dieser Veranstaltung auch noch Goose Bay aufGruppe-II-Ebene die Konkurrenz auf Distanz hielt, wird dieser Nachmittag so schnell kaum in Vergessenheit geraten. 

 

Genauso wenig wie jener erste Sonntag im Juli, als Kamsin im Deutschen Derby triumphierte, was Peter Schiergens dritten Erfolg im Blauen Band bedeutete. Dass mit Ostland auch der Zweite im wichtigsten Rennen der Dreijährigen aus seinem Stall kam, bedeutete ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Trainers. Nicht alltäglich ist sicherlich die Tatsache, dass ein Trainer das Derby bei den Hengsten und bei den Stuten gewinnt. Dieses Kunststück gelang Peter Schiergen in jenem Jahr, als nämlich einen Monat nach Kamsins Sieg in Hamburg die dreijährige Rosenreihe aus dem Gestüt Wittekindshof im Preis der Diana (Deutsches Stuten-Derby) in Düsseldorf gegen fünfzehn Konkurrentinnen nach großer Schlussleistung erfolgreich blieb, was den dritten Gruppe-I-Sieg der Saison zur Folge hatte. Die Treffer vier und fünf steuerte dann wieder Kamsin bei, der Mitte August in Köln den Rheinland-Pokal und einen Monat später in Iffezheim den Großen Mercedes-Benz-Preis zu seinen Gunsten entschied. 

 

Verlass war auch 2008 auf Axxos, der als Gewinner des Premio Ambrosiano (Gr. III) die Reihe der elf Gruppe-Siege eröffnet hatte und auf der Mailänder San-Siro-Bahn ebenso zu glänzen vermochte wie Mitte Juni die dreijährige Goose Bay als Gewinnerin der Oaks d’ Italia (Gr. II), mit denen die Stute ihre Laufbahn krönte. Das sogenannte schwache Geschlecht sollte sich auch noch in weiteren Rennen als sehr stark erweisen. So gab es ferner Siege von Stuten wie Briseida in den 1000 Guineas von Düsseldorf (Gr. II), der zweijährigen Serienhoehe in der Maurice Lacroix-Trophy (Gr. III) und von Goathemala im Frankfurter Stutenpreis (Gr. III).

 

2009: Siebenjähriger Quijano verteidigt seinen Titel

Er galt schon längst als lebender Beweis für die Treue und Härte eines Vollblüters, der im Gestüt Fährhof groß gewordene Quijano, mittlerweile auch schon so etwas wie ein Botschafter des deutschen Rennsports auf internationalem Parkett. Wie in den beiden vorangegangenen Jahren hatte er sich in Dubai auf die Aufgaben in Europa vorbereitet und dort stets gutes Geld verdient. Nach bewährtem Muster verfuhr man dann auch 2009, als der Siebenjährige zwei Starts in Nad-Al-Sheba bestritt, ehe es wieder Richtung Deutschland ging. Mitte Juni trat er zur Titelverteidigung im Gran Premio di Milano (Gr. I) an, eine Aufgabe, die er dann auch wie erhofft löste. 135.000 Euro lautete die Summe, die seinem Konto an jenem 14. Juni gutgeschrieben wurde. Ein Datum, das immer seinen Platz in der Historie des Wallachs behalten wird, denn es markierte den letzten von vierzehn Siegen eines Pferdes, das vierzig Rennen bestritt und auf ewig mit Trainer Peter Schiergen verbunden bleiben wird. Daneben erreichte er noch elf Platzierungen, so dass es der Wallach, der inzwischen als Pensionär auf den Fährhofer Weiden weilt, auf eine Gewinnsumme von 1.831.594 Euro brachte. Anders als in den Jahren zuvor lag die Zahl der Siege in Gruppe-Rennen mit sieben diesmal unter der in Listen-Rennen, von denen zwölf gewonnen wurden.

 

Quijano war es vorbehalten geblieben, mit seinem Mailänder Treffer für den einzigen Erfolg auf Gruppe-I-Niveau zu sorgen. Eine Etage tiefer sorgten Kamsin als Gewinner im Gerling-Preis sowie Miss Europa als Siegerin im Hoppegartener Diana-Trials für Freude. Erfolgreich hatte die große Saison auch schon begonnen, als Ostland, der Derby-Zweite des Vorjahres, den Grand Prix-Aufgalopp (Gr. III) in Köln gewann, was für ihn den einzigen Gruppe-Sieg der Laufbahn bedeutete. Gruppe-III-Status besaßen auch die Siege von Saphir, Norderney und Neatico, die in München, Frankfurt bzw. Krefeld punkteten. Notiz am Rande: Sämtliche Gruppe-Sieger der Saison 2009 waren von Andrasch Starke geritten worden.

 

2010: Starke Stuten und der Winterfavorit –Erste Siege von Sohn Dennis

Geduld ist eine Eigenschaft, die ein Trainer haben muss, denn erzwingen lässt sich nichts, auch der Erfolg nicht. Eine Erkenntnis, die auch einem so erfolgreichen Mann wie Peter Schiergen nicht fremd ist, der in diesem Jahr lange auf den ersten Gruppe-Sieg warten musste. Dass der dann auch noch am grünen Tisch erzielt wurde, dürfte die Freude aber kaum getrübt haben. Verantwortlich zeichnete die von ihm für das Gestüt Bona vorbereitete Norderney, die am 20. Juni im Großen Preis der Wirtschaft (Gr. III) in Dortmund davon profitierte, dass der Sieger den Drittplatzierten behindert hatte und nach Protest von der Rennleitung hinter diesen gesetzt wurde, worauf die Stute zur Siegerin avancierte. Mit Aslana sollte gut einen Monat später erneut eine Stute für ein Erfolgserlebnis sorgen, als sie in Hamburg im Wenatex Europa-Grupperennen (Gr. III) über die Meile nicht nur die Mitfavoritin Vanjura, sondern auch einen Großteil der Wetter überraschte.

Wie gut Peter Schiergen im Lager der Stuten aufgestellt war, zeigte sich auch mit Elle Shadow, einer Tochter der großartigen Elle Danzig, einer Wittekindshoferin, die elf ihrer zwölf Siege in Gruppe-Rennen erzielt hatte und nach Beendigung der Rennlaufbahn in der Zucht eine große Karriere startete, wofür Elle Shadow dann auch steht. Wie die Mutter hatte sich Elle Shadow bis auf ihr Debüt nur in anspruchsvoller Gesellschaft vorgestellt, und dies mit ausgesprochen starken Leistungen. Die Serie von Platzierungen in Gruppe-Rennen fand ihr längst überfälliges Ende am 1. September im Belmondo-Preis (Gr. III) in Iffezheim, den sie als Favoritin glatt zu ihren Gunsten entschied. Zweieinhalb Monate später landete sie ihren zweiten Gruppe-Treffer, als sie in Dortmund, der Heimat ihres Besitzers, den Rashit Shaykhutdinov-Cupgewann. 

Die obligatorischen internationalen Meriten für Peter Schiergen steuerte mit Burma Gold ein Hengst bei, der seinen Ruf als Spezialist für die langen Strecken rechtfertigte, als er im Oktober auf der Mailänder Bahn im St. Leger Italiano (Gr. III) nicht zu schlagen war und so nach dem zweiten Platz im Deutschen St. Leger zum klassischen Sieger aufstieg. 

 

Den größten Geldpreis hatte 2010 allerdings ein Zweijähriger beigesteuert. Margot Herbert, eine seit Jahren dem Stall eng verbundene Besitzerin, durfte sich nämlich über einen Scheck von 85.000 Euro freuen, nachdem ihr Silvaner im Preis des Winterfavoriten nach hartem Endkampf gesiegt hatte. Neben den sechs Erfolgen in Gruppe-Rennen verzeichnete der Stall noch zwölf Siege in Listen-Rennen, für die u. a. auch Gruppe-Siegerinnen wie Elle Shadow und Aslana sorgten.

 

Auch abseits vom großen Sport hatte Peter Schiergen allen Grund zur Freude, denn Sohn Dennis scheint das väterliche Erbe als Reiter antreten zu wollen. Innerhalb von wenigen Wochen vollzog sich der Wandel von einem Teenager mit Babyspeck hin zum Athleten, was dann auch seinen Niederschlag in vier Siegen fand und Platz  vier in der Wertung der deutschen Amateurrennreiter bedeutete.

 

2011 - Ein Traumjahr dank Danedream – Arc-Sieg in neuer Rekordzeit

Große Siege hat der Asterblüte-Stall Jahr für Jahr erzielt. Doch einen Erfolg im Prix de l`Arc de Triomphe, dem nach internationaler Reputation bedeutendsten Galopprennen der Welt, zu erzielen, übertrifft natürlich alles. Am 2. Oktober konnte Peter Schiergen dieses überwältigende Glücksgefühl auskosten, nachdem die von ihm vorbereitete Danedream nach 2400 Metern die hochkarätige Konkurrenz mit sechs Längen Vorsprung und in neuer Rennrekordzeit abgefertigt hatte. Die Freude bei Trainer und seinem Stalljockey Andrasch Starke war grenzenlos. Das Rennen der Rennen weltweit hatte man gewonnen und damit auch beste Werbung für den deutschen Galopprennsport betrieben. Wahre Lobeshymnen prasselten anschließend auf die Stute und die Verantwortlichen nieder.

Zudem war der Arc-Sieg ein großartiger Einstand für den japanischen Großbesitzer und Züchter Teruya Yoshida, der sich im Vorfeld dieser Prüfung die Hälfte der Anteile an der Stute gesichert hatte, die zuvor ausschließlich in den Farben des Gestüts Burg Eberstein gestartet war. So auch bei ihrem ersten Saisonsieg, der Ende Mai in Mailand zustande kam, als Danedream die Oaks d‘ Italia auf Gruppe-II-Ebene unter Andrasch Starke mit einem ebenfalls überlegenen Sieg auf ihr Konto gebracht und 200.000 Euro verdient hatte. Genau die Hälfte gab es gut zwei Monate später, als sie unter ihrem ständigem Reiter Andrasch Starke mit dem Großen Preis von Berlin mit fünf Längen Vorsprung ihr erstes Gruppe-I-Rennen gewann. Diesen Status besitzt auch der Große Preis von Baden, der als Generalprobe für den Arc genutzt wurde und mit einem Sechs-Längen-Sieg von ihr endete. Dass Danedream in jenem Jahr die größten Schlagzeilen galten, kann angesichts ihrer sportlichen Meriten natürlich nicht überraschen und war auch nur gerecht.

Dennoch soll der Erfolg vom Ebbesloher Lindenthaler, der das Dr. Busch-Memorial (Gruppe III) als zweite Farbe des Stalles unter Adrie de Vries gewann, ebenso wenig unterschlagen werden wie der Erfolg der Wittekindshoferin Elle Shadow, die im Großen Preis der Dortmunder Wirtschaft ihren Saisonauftakt bestritt und mit drei Längen Vorsprung gewann. Am selben Tag galt es ein weiteres Erfolgserlebnis zu feiern, als zur gleichen Zeit die Ammerländerin Navarra Queen im Premio Mario Incisa über 2000 Meter die Oberhand behielt. Die beiden restlichen der neun Gruppe-Siege gingen auf das Konto von Silvaner und Theo Danon, der in Hannover das ex-Fürstenberg-Rennen zu seinen Gunsten entschied. Da mit Lindenthaler und Navarra Queen zwei weitere Asterblüte-Pferde die Plätze zwei und drei erreichten, durfte der Stall zu Recht von einem optimalen Ergebnis sprechen. Silvaner überraschte im Herbst-Meeting in Iffezheim, als er in der Baden-Württemberg-Trophy die hoch gehandelten Seismos und Saltas hinter sich ließ. Zu den neun Gruppe-Siegen kamen noch sieben Erfolge in Listenrennen. Mit 4.175.010 Euro erzielte der Stall zudem eine rekordverdächtige Gewinnsumme.

 

2012 - Selbst die Queen ist in Ascot von Danedream begeistert

Da Sohn Dennis, der im Vorjahr mit 41 Siegen Champion der Amateurrennreiter geworden war und somit das väterliche Erbe als Reiter fortführte, auch während der Sandbahn-Saison in den Sattel stieg, hieß es für den Stall in diesen Prüfungen auch den einen oder anderen Starter aufzubieten. Mit dem Ergebnis, dass man bereits im Januar drei Siege in Dortmund erzielt hatte.

 

 

Doch bis zum ersten Treffer in einem Gruppe-Rennen hieß es bis in den Mai warten zu müssen. Schauplatz war Iffezheim, wo die Arc-Siegerin Danedream, die nach jenem Triumph natürlich auch mit riesigem Vorsprung zum „Galopper des Jahres 2011“ gewählt worden war, ihren ersten Auftritt hatte. Doch es wurde ein hartes Stück Arbeit, ehe sie die hartnäckige Ovambo Queen auf den zweiten Platz verwiesen und den Preis der Badischen Unternehmer (Gruppe II) für sich entschieden hatte.

 

Fast auf den Tag genau zwei Monate später sollte dann ein weiterer Glanztag in der großartigen Karriere der Stute folgen, als sie auf dem traditionsträchtigen Geläuf in Ascot und vor den Augen der englischen Queen mit den King George VI and Queen Elizabeth Stakes eines der größten Rennen im englischen Rennsportkalender gewann. Es war ein mitreißender Kampf, den sich die deutsche Gaststute und die englische Hoffnung Nathaniel bis zur Linie lieferten. Hin und her wogte der Kampf, für das bloße Auge war nicht auszumachen, wer denn nun diese über 2400 Meter führende Gruppe-I-Prüfung auf sein Konto gebracht hatte.

 

Die Auswertung der Zielfotografie musste dann die Frage nach dem Sieger beantworten. Nach etlichen bangen Minuten dann die erlösende Nachricht. Sieg mit einem Vorsprung von einer Nase, was ihre Gewinnsumme noch einmal um 683.253 Euro ansteigen ließ. Doch im Moment der Siegnachricht hatte keiner der Beteiligten an Geld gedacht, zu groß waren die Emotionen. Einen weiteren Höhepunkt in der Karriere von Trainer Peter Schiergen und Jockey Andrasch Andrasch Starke bedeutete die anschließende Siegerehrung durch die Queen, selbst eine über Jahrzehnte erfolgreiche Besitzerin und Züchter im Galopprennsport.

 

Und für die Skeptiker lieferte der Sieg den letzten Beweis dafür, dass der Arc-Sieg kein Zufallstreffer gewesen war. Mit dem Erfolg im Großen Preis von Baden, zu dem sie als Titelverteidigerin angetreten war, verabschiedete sich die großartige Danedream vom deutschen Publikum. Wehmut kam auf, als sie nach den verlangten 2400 Metern wieder vor Ovambo Queen gesiegt hatte. 

 

Mit Salomina errang eine weitere Stute einen Sieg auf Gruppe-I-Ebene. Der Düsseldorfer Grafenberg sah im Henkel-Preis der Diana eine glänzend aufgelegte Stute, die unter Filip Minarik mit deutlichen dreieinhalb Längen Vorsprung vor Nymphea gewann, einer weiteren Vertreterin des Asterblüte-Stalles. Die Riege der Stuten vertritt auch die Brümmerhoferin Cherry Danon, die mit Andrasch Starke während der Hamburger Derby-Woche die in Erinnerung an den unvergessenen Franz Günther von Gaertner gelaufene Hamburger Stutenmeile auf Gruppe-III-Niveau gewann.

 

Der einzige Nicht-Stuten-Sieg in Gruppe-Rennen gelang dem dreijährigen Ebbesloher Girolamo im Preis von Europa, der seine 50. Auflage erlebte. Andrasch Starke musste mit dem dreijährigen Hengst allerdings mächtig arbeiten, um gegen den zähen Feuerblitz auf der Kölner Heimatbahn die Oberhand zu behalten. Unter den fünf Listensiegen verdienen jene von Jardina und Nouvelle Neige besondere Beachtung, wurden sie doch von Amateur Dennis Schiergen gegen die Konkurrenten aus dem Profilager erzielt.

 

2013 – Jahr der Championate - Lucky Speed der vierte Derbysieger

Das Vorjahr war schon nicht schlecht gewesen, doch die Saison 2013 sollte sich zu einem wahren Erfolgsjahr entwickeln. Davon kann man ohne Übertreibung sprechen, wenn man im Derby, dem Rennen der Rennen, den Sieger stellt. Wie geschehen im Fall von Lucky Speed, der die Farben des Stalles Hornoldendorf am ersten Sonntag des Juli zu einem sicheren Sieg gegen den zwar in Frankreich trainierten, aber für deutsche Interessen angetretenen Tres Blue kam.

 

Wie zuvor bei seinem Sieg im Bavarian Classic 2013, das zwar nur über 2000 Meter führte, in dem aber bereits zu sehen war, dass der Hengst auch über eine weitere Distanz kommen würde, saß Stalljockey Andrasch Starke im Sattel. Im Derby ist der aus dem Hamburger Umland stammende Starke stets besonders gut aufgelegt, was er an diesem Tag wieder einmal deutlich machte. Sicher – so lautete auch der Richterspruch im Münchener Bavarian Classic, nachdem er im Mai auf Gruppe-III-Ebene gegen den aus Hoppegarten entsandten Flamingo Star gewonnen und damit den ersten Treffer auf diesem Niveau für den Stall erzielt hatte.

 

Vier Tage nach Lucky Speeds Riemer Sieg ließ Girolamo den Treffer im Kölner Gerling-Preis folgen, als er nach 2400 Metern gegen den wie er am Platz vorbereiteten Runaway mit drei Längen Vorsprung gewann. Einen auch international beachteten Erfolg feierte Anfang Juni Amarillo im englischen Haydock, als er unter Andrasch Starke sieben einheimische Gegner hinter sich ließ, allerdings erst nach härtestem Kampf. Da musste Andrasch schon all seine Finishkünste aufbieten, um die von Pastoral Player angeführte Konkurrenz um einen kurzen Kopf hinter sich zu lassen.

In den kommenden Wochen sollte man vornehmlich über einen reden, den sechsjährigen Neatico aus dem Gestüt Ittlingen, der eine Art Neugeburt erfuhr und von Sieg zu Sieg eilen sollte, mit dem Gewinn des Bayerischen Zuchtrennens (Gruppe I) Ende Juli als Höhepunkt einer vier Siege umfassenden Serie. Deren Auftakt erlebten die Rennsportfreunde im Großen Preis der Dortmunder Wirtschaft, als er sicher gegen Empire Storm gewann. Auf Gruppe-III-Ebene kam er auch anschließend in der Hamburg-Trophy an den Start, in der er seine überragende Form mit einem Sieben-Längen-Sieg unter Beweis stellte. Drei Wochen später wartete im Bayerischen Zuchtrennen auf höchstem Niveau internationale Konkurrenz aus den berühmten Ställen von Andre Fabre und Saeed bin Suroor, doch weder Opposite noch Hunter’s Light konnten einen neuerlichen Sieg Neaticos verhindern. Im Vorbeigehen nahm er am 3. Oktober noch den Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten mit, als er mit fünf Längen Vorsprung vor Destor siegte.

Den neun Gruppe-Siegen standen nur noch Listen-Erfolge gegenüber, die sämtlich von Andrasch Starke erzielt wurden. Neben den sportlichen Erfolgen durfte sich der Stall über drei Championate freuen. Starke gelang ebenso die Titelverteidigung im Championat der Jockeys wie Dennis Schiergen bei den Amateuren, während Peter Schiergen erstmals wieder seit 2006 den Titel bei den Trainern holte.

 

2014 – Empoli so stark wie nie

Auch die 17. Saison als Trainer durfte unter der Rubrik erfolgreich verzeichnet werden. Gewonnen wurde vom Januar auf der Neusser Sandbahn bis zum 22. November auf der Grasbahn in Krefeld, da, wo Peter Schiergen die ersten Schritte im Rennsport unternommen hatte. Wenn auch möglicherweise nicht alle Träume in Erfüllung gingen, so wurde doch einmal mehr bewiesen: Der Schiergen-Stall ist ein Stall der Champions.

 

 

Im Vorjahr hatte es mit dem Trainer, Stalljockey Andrasch Starke und Amateur Dennis drei Meister in den entsprechenden Sparten gegeben. 2014 zogen dann Dennis‘ Bruder Vinzenz bei den Amateuren und „Aushilfe“ Adrie de Vries bei den Reitern nach.

Die kurzfristige Verpflichtung des Niederländers für den wegen eines schweren Sturzes in Japan nicht zur Verfügung stehenden Andrasch Starke sollte sich sowohl für den Asterblüte-Stall als auch für ihn selbst als voller Erfolg erweisen, denn an ein Championat war zu Beginn der Saison 2014 nun wahrlich nicht zu denken gewesen. Elegant Shadow war Ende Mai der erste Sieger in der Zusammenarbeit, die später noch zahlreiche Höhepunkte bringen sollte. 

 

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, erarbeitete Amarillo den ersten Treffer auf Gruppe-Parkett und sorgte zugleich für einen Familiensieg, denn der erfolgreiche Reiter hieß Dennis Schiergen, der den Hengst des Stalles Nizza in der „Silbernen Peitsche“ (Gruppe III)

Neun Tage später sollte auch auf internationaler Bühne in einem Gruppe-III-Rennen ein Ausrufezeichen gesetzt werden, als Emerald Star im englischen Lingfield unter Daniele Porcu gewann und einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ.

 

Eine Klasse höher trumpfte die Ittlingerin Longina im Juni auf der Hoppegartener Bahn im Diana-Trial ganz groß auf, als sie die von der 16:10-Favoritin Weltmacht angeführte Konkurrenz hinter sich ließ, was den Einstandssieg von Adrie de Vries auf Gruppe-Ebene bedeutete. Die Stute hatte sich damit in eine exponierte Stellung für den Preis der Diana, das Deutsche Stuten-Derby, gebracht, in dem sie hinter Feodora und Diamond Dove Platz drei belegte.Als ein erfolgreicher Monat sollte sich der Juli erweisen, der Monat des Deutschen Derbys, als Amarillo und Bermuda Reef im Abstand von fünf Tagen während der Derbywoche in Gruppe-III-Rennen unter Adrie de Vries siegten. Amarillo gewann den Hamburger Flieger Preis, während Bermuda Reef die Hamburg Trophy auf sein Konto brachte, nachdem er zuvor schon auf Listenebene die Konkurrenz hinter sich gelassen hatte.

 

Der Höhepunkt der Saison 2014 - Empoli

Gekrönt wurde die Saison allerdings im September, als Empoli mit Adrie de Vries im Preis von Europa einen Glanztag erwischte und die Gruppe-I-Prüfung auf der Kölner Heimatbahn als 113:10-Außenseiter gegen die höher gehandelten Earl of Tinsdal und Night Wish zu seinen Gunsten entschied.

 

Der Globetrotter, der zu Saisonbeginn zwei Starts in Meydan/Dubai bestritten und dort als Zweiter bzw. Vierter sehr gutes Geld verdient hatte, um danach noch in Epsom, Saint-Cloud, Deauville und Hong Kong anzutreten, erwies sich damit als Hauptverdiener im Stall.

Zu den Pferden, die ebenfalls einen dicken Batzen zur Jahresgewinnsumme beitrugen, zählte neben den vier Listensiegern vor allem die zweijährige Santa Lucia, die als Gewinnerin des Ferdinand Leisten-Memorials 100.000 Euro für das Gestüt Bona verdiente.

 

2015: Fünfter Derbysieg und fünftes Championat zum 50.!

Auch die 18. Saison fiel unter die Rubrik erfolgreich. Gewonnen wurde beginnend mit All Again im Februar in Neuss bis in den Dezember, als Royal Solitaire in Dortmund den 68. und letzten Treffer auf einer deutschen Rennbahn erzielte, was den Gleichstand mit Kollege Andreas Wöhler im Championat der Trainer und den fünften Titel bedeutete.

 

Den „Solitaire“, den Edelstein unter den Erfolgen, stellte der von seinem Besitzer Jürgen Imm gezogene Nutan am ersten Juli-Sonntag in Hamburg-Horn sicher, als er unter Stalljockey Andrasch Starke das Deutsche Derby gewann und somit Aufnahme fand in die Gruppe von Boreal (2001), Schiaparelli (2006), Kamsin (2008) und Lucky Speed (2013) als Gewinner des „Blauen Bandes“. Dieser Triumph war zum einen der erste Gruppe I-Sieg des Jahres und zum anderen der lukrativste finanzielle Treffer der Saison, die an den beiden letzten Mai-Wochenenden die ersten Gruppe-Siege erlebt hatte, die von zwei Stuten erzielt wurden.

 

Den Auftakt machte am 24. Mai in Hoppegarten die wie Nutan aus der Zucht von Besitzer Jürgen Imm stammende dreijährige Nightflower im Diana-Trial, einem Gruppe II-Rennen für Stuten, der eine Woche später die ebenfalls dreijährige Ittlingerin Lovelyn folgte, die auf gleichem Parkett unter Robert Havlin auf der Mailänder San Siro-Bahn in den Oaks d`Italia auftrumpfte, um dort fünf Monate später ihr Meisterstück abzuliefern, als sie unter ihrem ständigen Reiter Andrasch Starke die Konkurrenz glatt stehen ließ und ihre Karriere als Gruppe I-Siegerin im Gran Premio Jockey Club krönte.

 

Interessant in diesem Zusammenhang: Der Gruppe II-Sieg war mit 185.000 Euro verbunden, später eine Klasse höher „nur“ mit 110.000 Euro. Zwischen jenen beiden Erfolgen hatte Lovelyn auch während der Derby-Woche ihre große Klasse bewiesen, als sie als Gruppe II-Siegerin im Großen Hansa-Preis vom Geläuf abgeholt wurde. Den Werdegang von der Gruppe II- zur Gruppe I-Siegerin vollzog auch Nightflower, die am letzten September-Sonntag auf der Heimatbahn den Preis von Europa und damit dem Saisonhöhepunkt in Köln gewann.

 

 

Erfolgreich, vor allem was den finanziellen Aspekt anbelangt, verlief auch der Ausflug von Lucky Speed nach Arlington/USA, wo er über die weite Strecke von 3017 Metern das American St. Leger sicher gewann und damit die vorangegangene Saison, in der der Derbysieger von 2013 ohne Treffer geblieben war, als Gruppe III-Sieger vergessen machen konnte. Dass mit dem unverwüstlichen Amarillo ein jahrelanger Garant für Erfolg noch einmal auf Listen-Ebene punkten konnte, gehört ebenso zu den erfreulichen Daten der Saison wie der Weg von Drummer, der sich aus kleinen Anfängen zum fünffachen Saisonsieger entwickelte und inzwischen in der Riege der Gruppepferde angekommen ist.

 

Nach oben weist auch die Karriere von Ross, der im März in Krefeld das erste Grasbahnrennen der Saison gewann, damit für ein vorgezogenes Geschenk zum 50. Geburtstag des Trainers und neun Monate später in Deauville sogar für den letzten Listentreffer des Stalles sorgte.

 

Wie 2013 wurde das Rennjahr mit drei Championaten abgeschlossen. Wie Peter Schiergen bei den Trainern mit Andreas Wöhler teilt sich Andrasch Starke den Titel bei den Jockeys mit Alexander Pietsch, nachdem er in einer furiosen Aufholjagd noch zu dem Führenden in der Statistik aufgeschlossen hatte. 

 

Titelträger Nummer drei ist Vinzenz Schiergen, der sich bei den Amateuren erneut durchsetzte, obwohl er nach seinem schweren Sturz im Juni in Frankfurt mehrere Monate pausieren musste. Für Peter Schiergen dürfte ein kleines Jubiläum in den nächsten Wochen anstehen, denn lediglich acht Siege fehlen noch bis zum 1500sten Erfolg. 

 

2016: Abschied von drei Gruppe I-Siegern !

Angesichts einer dreistelligen Zahl an Pferden waren die drei Gruppe-Siege ein doch eher ernüchterndes Ergebnis für den Stall. Zu dessen Ehrenrettung sei allerdings angemerkt, dass man mit dem Glück im Rennen nicht immer im Bunde war. So erklärt sich u. a. auch die Zahl von 62 Siegen, eine Marke, die in den vergangenen Jahren stets klar übertroffen worden war.

 

 

Das Spitzenergebnis lieferte einmal mehr die großartige Nightflower, die für den einzigen Gruppe I-Sieg sorgte und nach 2015 auch zwölf Monate später ihren Titel im Preis von Europa, Kölns Saisonhöhepunkt, verteidigte. Dass sie in ihrem letzten Rennen im Japan Cup wie im Jahr zuvor unter Wert geschlagen blieb, gehört in die Rubrik „kein Rennglück“. Die Stute reißt zweifellos eine Lücke im Aufgebot. Ihren Platz soll eines der vielen jungen Pferde, auf die gebaut wird, einnehmen.

 

Eine, die womöglich dafür in Frage gekommen wäre, hat mit der enorm gesteigerten Royal Solitaire allerdings ebenfalls den Rennstall verlassen. Diese Stute ist ein gutes Beispiel für kontinuierliche Leistungssteigerung. Nach zwei Listensiegen im Frühjahr erlebte sie ihren Karrierehöhepunkt mit dem Erfolg in der Badener Meile auf Gruppe II-Ebene.

 

 

 

Verlust von Navarra King

Vor einer großen Karriere stand der zweijährige Navarra King, der nach erfolgreichem Debüt in München mit dem Zukunftsrennen in Iffezheim ein Gruppe III-Rennen gewann, im Herbst aufgrund einer schweren Verletzung allerdings aufgegeben werden musste, was eine durchaus mögliche bessere Bilanz auf Gruppe-Ebene verhinderte.

 

Verzichten muss der Stall künftig auch auf die Oldies Empoli und Girolamo, wie Nightflower Gruppe I-Sieger im Preis von Europa. Vor allem Girolamo sorgte mit seinem Listensieg im schweizerischen Frauenfeld noch einmal für einen Höhepunkt in seiner Karriere. Listensiege im Ausland erzielten ferner Nazbanou in Meran und Bastille in Mailand. Neben der zweimal auf diesem Niveau erfolgreichen Royal Solitaire steuerten Lopera und Sarandia derartige Treffer bei. Bastille und Weltmeister sorgten zudem für gute Erträge in Auktionsrennen in Hannover.

 

Zu den erfreulichen Aspekten der Saison sorgten ferner der 1500. Sieg des Trainers und das dritte Championionat von Amateurrennreiter Vinzenz Schiergen, der somit die Reihe der Championate für den Stall fortsetzte. 

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